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Räder liegend lagern: gestapelte Radsätze oder einzelne Räder hintereinander?

„Liegendlagerung“ sagt noch wenig darüber aus, wie ein Räderlager funktioniert. Ein Radsatz kann als Stapel im Regal stehen und mit einem Gerät als Einheit bewegt werden. Oder seine vier Räder liegen einzeln hintereinander und werden nacheinander entnommen. Der Unterschied entscheidet über den Arbeitsablauf – nicht nur über die Optik des Regals.

Drei Situationen, die nicht verwechselt werden sollten

Ein Radstapel am Boden, ein mechanisiert bedientes Radsatzregal und ein Regal mit einzeln hintereinanderliegenden Rädern sind unterschiedliche Lösungen. Sie stellen andere Anforderungen an Mitarbeitende, Fläche und Technik.

PrinzipLagerung und ZugriffEntscheidende Planungsfrage
Manuelle StapelungRäder liegen übereinander. Für die Handhabung werden sie einzeln angehoben oder umgestapelt, soweit keine geeignete Hilfe eingesetzt wird.Wie wird der Stapel aufgelöst, ohne unnötige Hebe- und Umsetzvorgänge?
Mechanisierte RadsatzlagerungVier Räder liegen als Radsatz auf einer definierten Lagerposition. Ein passendes Gerät nimmt die Einheit auf.Passen Regal, Gerät, Radgrößen und gesamte Radsatzlast zusammen?
Einzeln hintereinanderJedes Rad liegt auf einer eigenen Position. Hintere Räder werden beispielsweise durch eine dafür ausgelegte Förder- oder Nachrückfunktion zugänglich.Wie zuverlässig funktioniert der Zugriff mit dem tatsächlichen Reifenmix, und wie wird das einzelne Rad entnommen?

Ein kompletter Radsatz als Handhabungseinheit

Bei einer mechanisierten Radsatzlagerung bleiben die vier zusammengehörenden Räder als Einheit beieinander. Das Aufnahmegerät hebt den Stapel in die Lagerposition und holt ihn bei Bedarf wieder heraus. Frendix verfolgt diesen Ansatz mit abgestimmten Radsatzregalen und Tire Stackern.

Der Nutzen entsteht vor allem dort, wo Einzelhubvorgänge im Lagerprozess entfallen können. Das bedeutet nicht, dass im gesamten Betrieb nie mehr ein Rad angefasst wird: Annahme, Prüfung, Reinigung und Montage haben eigene Abläufe. Diese Übergänge gehören mit in die Planung.

Auch eine Ausnahme ist wichtig: Muss häufig nur ein einzelnes Rad eines Satzes entnommen werden, ist das Handling einer ganzen Einheit nicht automatisch die beste Lösung. Der tatsächliche Auftragsmix zählt.

Einzelne Räder hintereinander: den vollständigen Ablauf ansehen

Bei dieser Bauart liegen die Räder nicht übereinander, sondern einzeln in der Regaltiefe. Je nach System machen beispielsweise geneigte Rollenbahnen die hinteren Positionen nach der Entnahme des vordersten Rades zugänglich.

Zu prüfen ist nicht nur, ob ein Rad nach vorne kommt. Entscheidend ist der gesamte Weg: Wo greift der Mitarbeitende? Muss das Rad angehoben oder kann es unterstützt übergeben werden? Wie weit liegt der Lastschwerpunkt vom Körper entfernt? Was passiert, wenn ein Rad nicht wie vorgesehen nachrückt?

Eine Vorführung mit einem einzigen, günstig gewählten Radsatz reicht für diese Bewertung nicht aus. Sinnvoll ist ein Versuch mit unterschiedlichen Durchmessern, Breiten und Gewichten aus dem eigenen Bestand. Die konkrete Arbeitsgestaltung und ihre Gefährdungsbeurteilung gehören zur betrieblichen Planung.

Welche Maße und Lasten wirklich zählen

Für einen liegend gestapelten Radsatz sind mindestens vier Angaben wichtig:

  • Außendurchmesser: Er bestimmt, ob die Räder auf die vorgesehene Lagerposition und zur Geräteaufnahme passen.
  • Tatsächliche Stapelhöhe: Sie ergibt sich aus den vier Rädern und den verwendeten Zwischenlagen – nicht allein aus der Breitenangabe eines einzelnen Reifens.
  • Gesamtgewicht: Die Last des vollständigen Radsatzes muss sowohl zur Lagerposition als auch zur freigegebenen Gerätekonfiguration passen.
  • Handlingraum: Aufnahme, Einbringen und Absetzen benötigen Freiraum. Ein gerade noch passendes geometrisches Maß ist keine vollständige Auslegung.

Mischbereifung kann innerhalb eines Satzes unterschiedliche Maße und Gewichte ergeben. Deshalb sollte die Auswertung die tatsächlich zusammengehörenden Räder berücksichtigen. Hinweise des Reifen- und Fahrzeugherstellers zur Lagerung und zum Schutz der Räder sind zusätzlich einzuhalten.

Festes oder verschiebbares Regal: eine zweite Entscheidung

Die Anordnung der Räder und die Beweglichkeit der Regalreihen sind zwei verschiedene Planungsfragen. Ein mechanisiert bedientes Radsatzlager kann mit festen Regalen oder mit verschiebbaren Reihen aufgebaut werden.

Verschiebbare Reihen können dauerhaft vorgehaltene Bediengänge reduzieren und dadurch Fläche besser nutzen. Dafür muss der benötigte Gang erst geöffnet werden. Ob dies im Saisonbetrieb sinnvoll ist, hängt von der Zahl gleichzeitig arbeitender Personen und Geräte, den Zugriffen und der konkreten Gangsteuerung ab.

Bei festen Anlagen stehen die geplanten Gänge unmittelbar zur Verfügung. Der Flächenbedarf kann größer sein, dafür ist der Zugriff nicht von der Öffnung einer Regalreihe abhängig. Einen pauschalen Gewinner gibt es nicht.

Regal und Bediengerät zusammen planen

Bei mechanisierter Radsatzlagerung ist der Tire Stacker kein beliebiges Zubehör. Seine Hubhöhe, Tragfähigkeit, Bauhöhe und erforderliche Arbeitsgangbreite bestimmen mit, wie die Anlage ausgelegt werden kann.

Dabei ist die Hubhöhe nicht mit einer überall gleichen Anzahl von Lagerebenen gleichzusetzen. Stapelhöhen, Fachabstände und Gebäudemaße beeinflussen die erreichbaren Positionen. Zur Planung gehören außerdem Boden, Fahrwege, Ladeplatz, Servicezugang und ein Vorgehen für den Fall, dass ein Gerät zeitweise nicht verfügbar ist.

Kapazität, Aufwand und Saisonleistung vergleichen

Ein belastbarer Vergleich betrachtet dieselbe Aufgabenstellung und denselben Lagerbestand. Dazu gehören die nutzbare Kapazität, Investition, Gerätebedarf, Arbeitsabläufe und die erreichbare Leistung an Spitzentagen.

Für einen Praxistest sollten Start und Ende der Messung gleich definiert sein. Eine reine Entnahmezeit lässt sich nicht ohne Weiteres mit einem vollständigen Transport- und Lagerzyklus vergleichen. Durchschnittswerte aus Herstellerwerbung ersetzen keine Betrachtung der eigenen Wege und Arbeitsbedingungen.

Grundfragen zur Bestandsanalyse und zum Aufbau einer Anlage erläutern wir im Beitrag Räderlager richtig planen. Die dort beschriebenen Überlegungen helfen unabhängig davon, welches Lagerprinzip später gewählt wird.

Welches Prinzip passt zu Ihrem Betrieb?

Liegende Radsatzlagerung kann eine interessante Möglichkeit sein, einzelne Hebevorgänge durch mechanisierte Handhabung zu ersetzen. Ihr Nutzen hängt aber vom passenden Gesamtsystem und vom tatsächlichen Betrieb ab. Dasselbe gilt für einzeln hintereinanderliegende Räder: Die konkrete Bauart und der reale Arbeitsablauf entscheiden.

Kinesto wertet Ihren Lagerbestand und Ihre räumlichen Möglichkeiten aus und betrachtet Lagerung, Transport und Kommissionierung gemeinsam. So vergleichen wir Lösungen anhand Ihres Anwendungsfalls – statt anhand idealisierter Beispielbilder.

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